Unser Durchhaltevermögen:  Ausdauer

Wir brauchen kein  Ausdauertraining denn wir sind "Standsportler". So denken Viele, die
im Kraftsport tätig sind. Ob es Gewichtheber, Powerlifter oder sogar Bodybuilder sind, um nur mal ein paar zu nennen, drücken sich diese oft davor, Ausdauertraining zu absolvieren.
Einige sagen, dass Ausdauertraining "Gift" für Muskelaufbau und -erhalt sei. Andere sind mit dem eigentlichen Krafttraining schon überfordert. Und dann gibt es noch die zeitliche Freizeitbegrenzung, unter die ich auch oft falle.
Ausdauer. Jeder weiß was gemeint ist, aber man versteht etwas besser, wenn man weiß, wie es genau funktioniert bzw. wofür es geeignet ist. Im Fall der Ausdauer ist es die Widerstandsfähigkeit unseres Organismus gegen Ermüdung sowie die schnelle Wiederherstellung unseres Körpers. Unter der Rubrik "Physiologie" haben wir unseren Kreislauf angesprochen und wie groß der Einfluß auf unser Training und Körper dadurch ist. Die Ausdauer beeinflusst dabei, wie lange wir eine belastende Bewegung durchführen können, ohne dabei einen Kraftverlust zu erleiden. Viele Wiederholungen beim Kraftsporttraining erhöht unsere Kraftausdauer. Aber reicht das? Dazu gliedern wir die Ausdauer erst mal in verschiedene Arten auf.

Schnelligkeitsausdauer    7 sek. - 35 sek.     Anaerob laktazid bzw. anaerob alaktazid
Kurzzeitausdauer             35 sek. -   2 min.     Anaerob laktazid
Mittelzeitausdauer              2 min. - 10 min.    Aerob
Langzeitausdauer 1         10 min. - 35 min.    Aerob  ( Einsetzen des Fettstoffwechsels )
Langzeitausdauer 2         35 min. - 90 min.    Aerob
Langzeitausdauer 3         90 min. -    6 std.     Aerob
Langzeitausdauer 4         ab 6 stunden           Aerob

Bei der Schnelligkeits- und Kurzzeitausdauer wird unser Organismus mit einer (schnellen) Bewegung belastet und dabei wird die Muskulatur nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt,
welches wir die anaerobe Phase nennen. Das vom Gehirn gesteuerte autonome Nervensystem veranlasst bei höherer Belastung eine Steigerung der Herzfrequenz, so dass das Herz anfängt schneller zu schlagen um die Muskulatur besser mit Sauerstoff versorgen zu können. Dadurch kommt es zu einer zeitlichen Verzögerung, da der Sauerstoff aus den Lungen (Lungenkreislauf) erstmal in den Herzkreislauf gelangen muß, um dort dann vom Herzen angetrieben den langen Weg zu der Muskulatur zurücklegt.

Die anaerobe Phase. Die anaerobe Phase kann allerdings auch erreicht werden, wenn man die Bewegungsgeschwindigkeit  in der Langzeitausdauer soweit anhebt, bis das Herz bzw. der Kreislauf nicht mehr mithalten kann. Die Muskulatur wird unzureichend versorgt und kann die Leistung nicht lange halten. Im Gegensatz dazu ermöglicht das Aufwärmen mit gleichbleibender Bewegung, in der aeroben, also sauerstoffreichen Phase zu bleiben.
Was hat das alles jetzt mit Kraftsport zu tun?  Wir, die Kraftsportler, sind bemüht, stärker zu werden und dafür ist die Muskulatur zuständig. Unser Herz ist auch ein Muskel, der Motor unseres Musclecars und braucht auch Training, um dem ständig getuenten Körper gerecht zu werden. Sonst wiegen wir irgendwann 2 Tonnen, haben Benzinleitungen wie Wasserrohre und besitzen noch einen 1,1 Liter Motor, der zwar mit hoher Kompression ausgestattet ist, aber zu wenig Hubraum hat. Wenn ich mich recht erinnere hatte mal eine Ikone namens Arnold eine Herzoperation. Googlet mal darüber und Ihr werdet den Grund finden.
Ich denke, das Thema Ausdauer muß hier nicht weiter ausgebaut werden z. B. Laktat usw., da dies Bereiche sind, die keinen großen Einfluß auf unser Training haben bzw. wir sie eh nicht erreichen.