Vorurteile gegenüber dem schweren Kraftsport

Man liest und hört immer wieder, dass Training mit schweren Gewichten die Gelenke und Knochen kaputt macht. Woher kommt diese Aussage? Zum einen sehen sich Menschen,
die mit solchem Sport konfrontiert werden, der Belastung (gedanklich) selbst ausgesetzt und
werden verunsichert. Zum anderen fragen sich die Leute oft, wo denn die älteren Generationen sind, ob diese wegen Schäden des eigenen Körpers irgendwann einsichtig aufgehört haben. Ich kann Euch versichern, dass es viele ältere Generationen in diesem Sport gibt, die bis ins hohe Alter trainieren und sogar an Wettkämpfen teilnehmen. Es liegt einzig und allein am Bekanntheitsgrad und der Nachfrage des Sports. Ich frage Euch: wo sind die älteren Generationen in anderen Sportarten? Wie z.B. Fussball, Tennis, Eishockey etc. Sie machen den Jüngeren Platz und können im Laufe der Zeit nicht mehr richtig mithalten, da auch die Regenerationsphase bei älteren Menschen länger dauert.  Aber hören sie deshalb auf ?
Kniebeuge wird in vielen Rehamassnahmen angewandt um Rückenleiden zu mindern durch Kräftigung der Muskulatur. Auch das Rückenstrecken ist einer dieser Übungen.
Die Königsübung beim Kraftsport ist die Kniebeuge und das mit Recht, da mit dieser Grundübung alle Muskeln gekräftigt werden. Diese sind für die Statik beim Gehen und Stehen verantwortlich. Da effizientes Training nicht nur Muskelkraft sondern auch Bewegungsabläufe trainiert ist es verständlich, dass mehrere Muskeln (Muskelgruppen,Muskelketten) an einer Bewegung beteiligt sind. Im Falle der Kniebeuge bestehen sie aus dem Oberschenkelstrecker und Beuger, dem großen Gesäßmuskel, der als Hüftstrecker wirkt und dem Rückenstrecker. Die Bauchmuskulatur hat in dem Fall eine stützende Wirkung und wird sekundär mittrainiert wie einige andere Muskeln des Körpers.
Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man Kniebeuge nur bis zu einem rechten Winkel im Kniegelenk machen sollte und auf keinen Fall tiefer, da dies angeblich "schlecht"
für die Kniegelenke sei. Viele Trainer und Mediziner weisen darauf hin.
Aber stimmt das auch?
Die Antwort gibt uns die Biomechanik des menschlichen Körpers. Gewichtheber und Kraftsportler bzw. Powerlifter haben sich ihr eigenes Imperium im Kraftsport geschaffen.
Es ist auch nachgewiesen, dass Gewichtheber und Powerlifter sehr gute Wirbelsäulen vorweisen, die mit starker Stützmuskulatur keine Schädigungen haben. So steht es auch um die Kniegelenke der selben, obwohl die Gewichtheber und Powerlifter ihre Beugebewegung  immer sehr tief ausführen. Die Hebel (Arme & Beine) unseres mechanischen Körpers wirken in den Bewegungsabläufen immer auf die Gelenke einen Druck aus und aus diesem Grund muß die Technik stimmen.
Eine 90 Grad Kniebeuge ist belastender für das Kniegelenk als die tiefe Kniebeuge, die auch als "Squat" bekannt ist. Wenn bei der Beuge im rechten Winkel (90 Grad) abgebremst wird, entstehen höhere Scherkräfte auf das Gelenk als bei einer tieferen. Beim rechten Winkel im Kniegelenk, das heißt Ober- und Unterschenkel sind im rechten Winkel, hat der Lasthebel (Oberschenkel) mit dem Widerstand (Körpergewicht + Hantel) den größten Abstand zum Kniegelenk und somit auch die höchste Druckbelastung, die noch erhöht wird, da eine Aufwärtsbewegung eingeleitet wird.
Wenn man tiefer beugt wird der kritische 90 Grad Winkel im Vorbeigehen passiert und übt dadurch einen zeitlich kurzen und geringeren Druck auf das Gelenk aus.
Das Gelenk, Gelenkknorpel sowie Meniscus und das Kreuzband werden dadurch weniger belastet. Ein weiterer Vorteil der tiefen Kniebeuge ist die Gelenkschmierung. Setzt sich diese durch alltägliche Bewegungen wie Gehen, Sitzen und Stehen an den Rändern des Knorpels ab, so wird dies beim tiefen Beugen wieder mitgenommen, was beim Aufwärmen zu beachten ist. Das freie Hanteltraining stärkt nicht nur unsere Muskulatur und die Bewegungsabläufe, sondern trainiert auch die körpereigenen Stabilisatoren (Gleichgewichtsinn), welche durch Maschinentraining nicht erreicht werden können.